12 Leadership-Hacks: Wie Führungskräfte Teams stark machen können

Das Leadership Action Board von Sabine
In der heutigen, modernen Arbeitswelt wird Teamarbeit als das A und O für den Erfolg gesehen. Doch auch Teams brauchen Führung für den Erfolg – aber anders! Modernes Leadership stellt die Menschen in den Mittelpunkt.

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Über­all dort, wo Unternehmen kom­plexe Her­aus­forderun­gen der VUCA-Welt lösen müssen, geschieht dies am besten in cross-funk­tionalen, abteilungsüber­greifend­en und divers aufgestell­ten Teams. Neben Erfahrung und Wis­sen spie­len die Kreativ­ität und das Ler­nen in den Teams eine große Rolle bei der Lösungs­find­ung. Agile Meth­o­d­en und das richtige Mind­set sollen helfen, diese Chal­lenges erfol­gre­ich zu meis­tern. Führungskräfte und das Man­age­ment haben hier­bei nicht nur eine unter­stützende Rolle inne; sie sollen vielmehr als Vor­bilder agieren, offen kom­mu­nizieren und aufgeschlossen sein für Ideen. Außer­dem sollen sie den richti­gen Rah­men schaf­fen. Doch was genau ist der richtige Rah­men und wie kön­nen Leader ihn entwick­eln? Dieser Blog­beitrag stellt zwölf wichtige Lead­er­ship-Hacks vor, die maßge­blich dazu beitra­gen kön­nen, den richti­gen Rah­men für starke Teams zu schaffen.

Baue eine Beziehung zu jedem Teammitglied auf!

Teams set­zen sich aus ver­schiede­nen Per­so­n­en zusam­men. In divers aufgestell­ten Teams sind die Unter­schiede bewusst zum Teil sehr groß. Kein Team ist gle­ich einem anderen. Daher gibt es ihn nicht – den einen richti­gen Rah­men für alle Teams. Willst du als Leader den richti­gen Rah­men für das Team schaf­fen, musst du dir die Zeit nehmen, jedes Team­mit­glied als Men­sch ken­nen­zuler­nen und auch den Men­schen in dir zu zeigen. Nur wenn du die Team­mit­glieder kennst, bist du in der Lage, ihnen das zu bieten, was sie für die Erledi­gung ihrer Arbeit wirk­lich benöti­gen. Gle­ichzeit­ig ist das Inter­esse, dass du damit an den Men­schen im Team zeigst, gut für den Auf­bau von Ver­trauen und ein­er guten Beziehung. Diese guten Beziehun­gen zeich­nen sich immer dann beson­ders aus, wenn ihr als Team stres­sige, her­aus­fordernde oder kri­tis­che Sit­u­a­tion beste­hen müsst.

Diese drei Ansätze kön­nen dir dabei helfen, eine gute Beziehung aufzubauen:

Sei ein Connected Leader!

Der Con­nect­ed Leader „ver­steckt“ sich nicht im Einzel­büro! Ein Con­nect­ed  Leader ver­bringt min­destens einen Teil der Arbeit­szeit gemein­sam mit dem Team und arbeit­et dort. Außer­dem sucht ein Con­nect­ed Leader aktiv den Kon­takt und das Gespräch mit den Team­mit­glieder – auch außer­halb von Meet­ings und Busi­ness-The­men. So lernt die Führungskraft das Team viel bess­er ken­nen und vice ver­sa. Gle­ichzeit­ig wird Ver­trauen aufgebaut.

Nutze 1‑on-1s!

In guten 1‑on-1s ver­suchst du als Leader die Team­mit­glied bess­er  ken­nen­zuler­nen. Das Team­mit­glied kann die Agen­da gestal­ten und hat so die Chance, über Dinge zu sprechen, die ger­ade wichtig sind. Eine dein­er  wichti­gen Fra­gen ist: „Was kann ich für dich tun, damit du deinen Job noch bess­er machen kannst?“ In diesen regelmäßig in kurzen Zyklen stat­tfind­en Gesprächen hörst du aufmerk­sam zu und zeigst wahres Interesse.

Merke dir persönliche Infos!

Als gute Lead­er­ship-Per­sön­lichkeit zeichnest du dich dadurch aus, dass du nicht nur Inter­esse zeigst. Du lässt die gewon­nen Infos in weit­ere Gespräche ein­fließen und fragst zum Beispiel aktiv in einem späteren 1‑on‑1 nach.  (Bsp.:„Wie geht es dein­er Tochter/ deinem Sohn in der neuen Schule?“)   Du kannst dir aber nicht alles merken? Dann kann dir die Per­son­al Map Meth­ode von Jur­gen Appe­lo weiterhelfen.

Schaffe den richtigen Rahmen für Motivation!

Eine hohe Moti­va­tion im Team ist wichtig, um erfol­gre­ich arbeit­en zu kön­nen. Sowohl extrin­sis­che als auch intrin­sis­che Moti­va­tion spie­len eine Rolle. Als Leader liegt dir viel daran, ein motiviertes Team um dich zu haben. Doch was für das eine Team­mit­glied motivierend ist, ist für ein anderes neben­säch­lich. Um ein Umfeld zu schaf­fen, das gut für die intrin­sis­che Moti­va­tion der Team­mit­glieder ist, helfen dir sowohl die Beziehun­gen, die du zu deinem Team aufge­baut hast als auch die Infor­ma­tio­nen aus deinen Gesprächen mit ihnen. Mit diesem Wis­sen kannst du ziel­gerichtet an einem Umfeld arbeit­en, das die intrin­sis­che Moti­va­tion unter­stützt. Gle­ichzeit­ig ist es wichtig für dich, dir auch die Beloh­nungssys­teme im Unternehmen wie Bonuszahlun­gen anzuschauen: wer­den mit ihnen Einzelleis­tung und Einzelkämpfer­tum belohnt, obwohl ihr Tea­mar­beit fördern wollt, kön­nen diese Beloh­nung dem Team­er­folg ent­ge­gen­ste­hen und die Moti­va­tion und den Fokus auf ein anderes Ziel lenken.

Fol­gende Hacks kön­nen dir helfen, die Moti­va­tion im Team zu verbessern:

Störungen haben Vorrang!

Im Team tauchen Störun­gen auf, die die Stim­mung verän­dern oder den Fokus vom Ziel weglenken? Gerüchte, Missver­ständ­nisse oder gar Stre­it bedür­fen dein­er Aufmerk­samkeit; du musst dich um sie küm­mern und eine Klärung mit dem Team her­beiführen. Dann kön­nen sich alle wieder auf ihren Job konzen­tri­eren. Außer­dem fühlt sich das Wis­sen, dass sich jemand küm­mert, immer gut an.

Nimm die Meckerer und Nörgler ernst!

Auch Meck­er­er und Nör­gler fühlen sich häu­fig wie eine lästige Störung an. Geh aktiv auf sie zu, ver­suche zu ver­ste­hen, was der wirk­liche Grund für das Nörgeln und Meck­ern ist. Es beste­ht eine gute Chance, dass sich unter dem Genörgel Verbesserungspo­ten­tial ver­birgt. Aber the­ma­tisiere auch, wie neg­a­tiv sich das „Dauer­genörgel“ auf das Team auswirken kann.  Mit diesem Hack schlägst du „mehrere Fliegen mit ein­er Klappe“. Das Team sieht, dass du dich küm­merst. Die Meck­er­er fühlen sich ernst genom­men und wert­geschätzt. Ihr habt vielle­icht Verbesserungspo­ten­tial ent­deckt. Und du hast dafür gesorgt, dass die Stim­mung gut bleibt.

Das Glas ist halb voll!

Halbvolles GlasLaufen Dinge schlecht, ger­at­en wir unter neg­a­tiv­en Stress. Doch im neg­a­tiv­en Stress sind wir nicht so kreativ. Wirk­liche Lösun­gen zu find­en, fällt uns Men­schen im neg­a­tiv­en Stress Modus schw­er. Daher kannst du als Leader den pos­i­tiv­en Fokus set­zen. Und mal ehrlich: nichts ist wirk­lich nur schlecht. Es ist was schiefge­laufen? Ja! Aber wir haben auch was gel­ernt – und das ist pos­i­tiv. Ein Meet­ing ist sub­op­ti­mal ver­laufen und die Stim­mung ist gedrückt? Dann schließe das Meet­ing mit einem pos­i­tiv­en Fokus ab und fasse zusam­men, was ihr gel­ernt habt oder was gut gelaufen ist. Ein Arbeit­stag war stres­sig und schwierig? Dann sprich zum Ende des Tages mit dem ganzen Team und bedanke dich für das, was geschafft oder gel­ernt wor­den ist.

Kümmere dich um das Team!

Damit Teams gut per­for­men kön­nen, musst du als Leader dich um dein Team küm­mern. Neben dem Beziehungsauf­bau oder der Moti­va­tion, ist auch die Teamzusam­menset­zung ein wichtiger Punkt. Als Leader ist es deine Auf­gabe, dich dafür einzuset­zen, die richti­gen Leute ins Team zu bekom­men. Und es ist auch deine Auf­gaben, ihnen Zeit, Raum und Unter­stützung für die Team­bil­dung zu geben. Der Psy­chologe Bruce Tuck­man beschreibt in seinem Phasen­mod­ell für die Grup­pe­nen­twick­lung sehr anschaulich die ver­schiede­nen Sta­di­en in der Team­for­mung. Er macht deut­lich, dass jedes Team erst­mal eine „Aufwär­mzeit“ benötigt, bevor es dann die volle Energie auf das Ziel lenken kann. Die Zeit, die am Anfang aktiv für die Team­bil­dung genutzt wird, zahlt sich im Laufe der weit­eren Zusam­me­nar­beit mehr als aus.

Fol­gende Punk­te kön­nen dir helfen, ein gutes Team aufzubauen:

Sorge für Stabilität im Team!

Wenn jedes Team erst ein­mal Zeit benötigt, um sich ken­nen­zuler­nen, Regeln zu definieren und Rollen zu find­en, bevor es in der Lage ist, sich ganz auf das Ziel zu konzen­tri­eren, soll­test du dafür sor­gen, dass dein Team im Kern sta­bil bleibt. Ein ständi­ger Aus­tausch von Team­mit­gliedern geht zu Las­ten der Pro­duk­tiv­ität und des Teamerfolges!

Sorge für die richtige Teamgröße!

Und Größe zählt doch – ganz beson­ders bei der Tea­mar­beit. Ist das Team zu klein, fehlen gegebe­nen­falls Skills und Wis­sen im Team. Das kann zu Über­las­tung und Frust führen.  Ist das Team zu groß, steigt der Kom­mu­nika­tions-Over­head. Die einzel­nen Team­mit­glieder ver­brin­gen dann viel zu viel Zeit mit Meet­ings und anderen For­men der Kom­mu­nika­tion. Als Kon­se­quenz daraus kann es passieren, dass die Kom­mu­nika­tion kom­plett ein­schläft, weil sie als zu belas­tend emp­fun­den wird. Eine gute und prak­tik­able Team­größe liegt bei 7 +/-2 Mitgliedern.

Achte auf den Cognitive Load!

Der Cog­ni­tive Load ist die Menge der genutzten Ressourcen unseres Arbeits­gedächt­niss­es. Ist der Cog­ni­tive Load zu groß, entwick­eln sich Über­las­tung und Frust, Fehler häufen sich und die Qual­ität lei­det. Gle­ichzeit­ig wer­den Arbeit­en nicht fer­tig und es wird immer schwieriger, passende Lösun­gen zu find­en. Siehst du diese Symp­tome im Team, sollte ihr euch ein­mal zusam­menset­zen und her­aus­find­en, ob ein zu großer Cog­ni­tive Load die Ursache ist und was ihr dann dage­gen machen kön­nt. Matthew Skel­ton und Manuel Pais liefern mit ihrem Team Topolo­gies Ansatz eine mögliche Lösung. Um einen ersten Überblick über die Verteilung des Cog­ni­tive Loads inner­halb des Teams zu bekom­men, kann dir eine Team Resilience Map helfen.

Team Resilience Map
Wie ist der Cog­ni­tive Load im Team verteilt? Welche Skills fehlen noch? Wo müssen wir noch ler­nen? In diesem Beispiel wird deut­lich, dass bei Maike ein sehr hoher Cog­ni­tive Load vorhan­den ist. Durch Train­ing im Team, Pair Pro­gram­ming oder Aus­lagerung kann der Cog­ni­tive Load bess­er verteilt oder kom­plett reduziert werden.

Führe mit Visionen!

In der schnel­llebi­gen und kom­plex­en VUCA-Welt sind Visio­nen das, was uns allen als Team Ori­en­tierung gibt. An den Visio­nen kön­nen wir über­prüfen, ob eine Entschei­dung dazu beiträgt, dieser Vision näher zu kom­men oder nicht. Ziele stellen dann mess­bare Teilschritte auf dem Weg zur Vision dar. Wenn Teams selb­stor­gan­isiert arbeit­en sollen, brauchen sie Ori­en­tierung. Sollen mehrere Teams in einem Unternehmen in eine gemein­same Rich­tung arbeit­en, benöti­gen sie eben­falls Ori­en­tierung. Deswe­gen müssen sowohl Visio­nen als auch Ziele trans­par­ent und ver­ständlich für alle sein. Das Schaf­fen der Trans­parenz und des Ver­ständ­niss­es ist eine wichtige Auf­gabe für dich als Leader.

Nutze Visualisierungen!

Visualisierung
Diese Visu­al­isierung ist in ein­er Grup­pe­nar­beit im Rah­men eines Work­shops für Nach­wuch­skräfte im Bere­ich Lead Engi­neers ent­standen. Cred­its an Arne, Christoph, Jonas und Gunnar!

„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“, ist ein Spruch, den wir alle ken­nen. Und er ist wahr! Um Visio­nen und kom­plexe Zusam­men­hänge ver­ständlich zu machen, ist die Nutzung von Visu­al­isierun­gen ein hil­fre­ich­er Weg. Das bele­gen auch zahlre­iche Stu­di­en aus der mod­er­nen Neu­rowis­senschaft. Visu­al­isierun­gen kannst du über­all ein­set­zen: in Meet­ings, Einzelge­sprächen, Diskus­sio­nen, Erk­lärun­gen oder in der Umset­zung. Immer dann, wenn kreative Denkprozesse laufen, unter­stützen Visu­al­isierun­gen dabei. 

„Nev­er think with­out a pen­cil!“
– Kan­dis Cook

Bei der Visu­al­isierung geht es nicht darum, per­fekt zeich­nen zu kön­nen, son­dern Zusam­men­hänge bess­er ver­an­schaulichen zu kön­nen. Ein paar For­men, Pfeile und ein wenig Scribbeln bewirken oft Wun­der. Und dabei ist es ganz egal, ob du auf ein­er Servi­ette, einem Flipchart oder in ein­er Pow­er­Point visu­al­isierst! Nutze diese Kraft und ermuntere auch andere, Ideen und Gedanken zu visualisieren.

Schaffe Kontext mit Storytelling!

Fak­ten sind wichtig! Doch ver­ständlich und nachvol­lziehbar wer­den sie erst, wenn du sie in den richti­gen Kon­text packst. Diesen Kon­text lieferst du am besten mit­tels Sto­ry­tellingBeim Sto­ry­telling ver­packst du implizites und explizites Wis­sen in eine Geschichte. Sie enthält alle Fak­toren ein­er guten Sto­ry. In der Studie  The Pow­er of Sto­ries haben Wissenschaftler:innen der Stan­ford Grad­u­ate School of Busi­ness her­aus­ge­fun­den, dass über Sto­ry­telling ver­mit­teltes Wis­sen 22x bess­er erin­nert wird. Was will ein Kunde mit einem bes­timmten Fea­ture erre­ichen? Warum hat ein Kunde eine spezielle Anforderung? Was wollt ihr als Team erre­ichen?  Ver­packe die Infor­ma­tion in ein­er Story!

Führe mit Intention!

Auch für dich per­sön­lich sind Visu­al­isierung und Sto­ry­telling  wichtige Hil­f­s­mit­tel, um dich als Führungskraft ziel­gerichtet weit­erzuen­twick­eln.

Gute Fra­gen dabei sind: 

    • Wie sollen sich andere in 10 Jahren an mich als Führungskraft erinnern?
    • Welchen Fußab­druck als Leader möchte ich hinterlassen? 
    • Welchen Impact möchte ich erzielen?

Damit kreierst du eine Vision für dich als Führungskraft und kannst dich jet­zt mit dieser Inten­tion weit­er­en­twick­eln, reflek­tieren und dir Feed­back ein­holen. Deine Vision kannst du mit einem Action Board visu­al­isieren. Die Visu­al­isierun­gen auf diesem Action Board verbind­est du mit dein­er per­sön­lichen Sto­ry, an der du gezielt arbeit­en wirst, um sie zum Leben zu erwecken!

Das Leadership Action Board von Sabine
Das Lead­er­ship Action Board von Sabine

Fazit

Willst du das Team stärken, brauchst du weitaus mehr als „nur“ eine fach­liche Exper­tise. Für Leader sind Empathie und Kreativ­ität wichtige Skills für den Erfolg. Entwed­er bringst du sie mit oder du kannst sie trainieren. Gute Führung ist kein Hex­en­werk. Vielmehr muss sie mit Bedacht und Visio­nen entwick­elt wer­den. Als Leader stellst du die Men­schen in den Mit­telpunkt, denn sie sind der Schlüs­sel, um erfol­gre­ich zu sein! Um das zu erre­ichen, wird eines deut­lich: Führung braucht deine Aufmerk­samkeit und deine Zeit!

Erfahre mehr über unsere Leistungen!

Was können wir für dich tun?

Business Agilität Wand und Sabine